Auf Initiative des Elternrats und mit politischer Unterstützung haben wir die Bewegung «Ja zu einer Smartphonefreien Kindheit in der Primarschulzeit“ ins Leben gerufen, die sich für eine smartphonefreie Primarschulzeit einsetzt.
Worum geht es genau?
Im Kern geht es um eine freiwillige Selbstverpflichtung. Eltern unterschreiben ein Kommittent, dass ihre Kinder bis zum Ende der 6. Klasse keine eigenen internetfähigen Geräte (Smartphones, Tablets, Smartwatches) besitzen werden (damit gehen wir weiter als „nur“ ein Mobile-Verbot in der Schule). Das Ziel ist nicht Technikfeindlichkeit, sondern der bewusste und geschützte Raum für eine gesunde Entwicklung. Die Vorteile liegen auf der Hand:
- Schutz: Kinder werden vor den bekannten Risiken wie Konzentrationsstörungen, Cyber-Mobbing und verstörenden Inhalten bewahrt.
- Gemeinschaft & Entlastung: Kein Kind soll sich ausgeschlossen fühlen. Wenn viele mitmachen, wird es zur neuen Normalität und entlastet Eltern in der Argumentation enorm. Es ist nicht mehr „nur unsere strenge Regel“, sondern eine von vielen getragene Initiative.
- Mehr echtes Leben: Die gewonnene Zeit wird fürs gemeinsame Spielen, für Bewegung, Kreativität und die Entwicklung essenzieller sozialer Fähigkeiten genutzt.
Meine ganz persönliche Motivation:
Meine eigene Begeisterung für die digitale Welt ist gross – ich gehöre zu einer Generation, die die Anfänge des Internets miterlebt und den Pioniergeist, den Spirit und die unglaublichen Möglichkeiten gefeiert und gelebt hat.

Diese Faszination ist auch heute noch tief in mir verankert. Genau deshalb sehe ich aber auch die Schattenseiten.
Diese Erfahrung ermöglicht mir eine für mich deutliche Einschätzung der Risiken, die mit einer unkontrollierten Smartphone-Nutzung im Kindesalter einhergehen. Der Rückhalt in meinem „tech-affinen“ Umfeld ist sehr gross, weil wir wahrscheinlich jene sind, die den Wandel aus erster Hand kennen.
Ich gebe zu:
Vor zehn Jahren hätte ich eine solche Initiative abgelehnt. Doch die Zeiten haben sich radikal geändert.
Die Lösungsansätze von damals („Medienschulung und gut begleiten“) greifen leider oft nicht mehr. Die Herausforderungen, vor denen unsere Kinder heute stehen, sind ganz andere.
Unsere grosse Aufgabe
Unsere Kampagne startet zunächst freiwillig in der Primarschule. Die grösste Herausforderung ist es, nicht nur die ohnehin schon sensibilisierten Eltern zu erreichen, sondern alle Familien abzuholen und zu motivieren.
Zudem solle das Modell möglichst bald nahtlos in der Oberstufe Fuss fassen.
Ich bin sehr dankbar für das überwältigende Engagement aller Beteiligten – der Eltern in den Räten, der Behörden und der politischen Mandatsträger.
2 Antworten auf „Smartphonefreien Kindheit: Warum ich mich für die Initiative „Smart Kids Uster“ engagiere“
Der Text ist schön älter, oder? Kommt mir irgendwie sehr bekannt vor.
Ja, das ist schon eine Weile „aktuell“ bei uns. Das Projekt ist nun auch hier: https://www.primarschule-uster.ch/news/169507