Another great day at home home :)
Some cows
Gestern bin ich beim Aufräumen auf mein erstes Mobilephone gestossen: Ein GA628 der Marke Ericsson. Back in the days… :)
Messen sind Messen sind Messen. Und eine solche fand diese Tage in Oerlikon statt – nämlich die Kunst13. Die Aussteller verkaufen nicht Pfannen und Sekundenkleber dafür teure „Fine Art“. Aber unter dem Strich spielt das keine Rolle. Ausser vielleicht, dass die Aussteller an der Higa und Gela ein ehrlicheres Verhältnis zu ihrem Job und dem Bier unter dem Tisch haben.
Ich war übrigens da zum etwas Marktbeobachtung zu betreiben und meine alten Gallerie-Pläne zu reaktivieren. Ein Hauch Innovation und Pragamtismus würde da wahrscheinlich schon reichen um sich zu differenzieren. Mal schauen.
Unsere Herbstferien in Vieste sind nach 10 Tagen zu Ende. Es war fantastisch :)
Hier ein Review unterteilt in „Unsere Ferien“, „Ferien in der Gegend Gargano“ und „Schwellenland Süditalien“.
Unsere Ferien
Wir reisten mit Freunden an den „Sporn des Stiefels“ und besuchten da einen Freund, der in Vieste seit dem Frühling eine Surfschule besitzt. Die sonnigen Tage verbrachten wir in seiner Bucht und natürlich surfend auf dem Meer. Grossartigst!
An den bewölkten Tagen reisten wir mit dem Mietauto durch die hügelige Gegend, besuchten die alten Dörfer im Landesinneren und tranken Kaffee.
Die Hauptsaison war bereits seit drei Wochen durch und die Campings, Souvenirläden waren geschlossen, der Strand menschenleer und die Touristen-Zonen der Dörfer verlassen und schon fast gespenstisch.
Genächtigt haben wir in einem wunderschönen B&B (Collina dei Pini) oberhalb von Vieste, auf Empfehlung von unseren „Locals“. Eine wahre Oase.
Ferien in der Gegend Gargano
Gargano ist weder hipp noch old school. Vielmehr ist es Süditalien wie man sich’s vorstellt wenn man noch nie da war. Tiefblaues Meer, herrliche Olivenplantagen, verschachtelte Dörfer, nicht fertig gestellte Gebäude, Abfall im Stassengraben, Löcher im Asphalt und starker Kaffee. Nur die Hotelsilos am Strand fehlen. Der Küstenstreifen ist überraschend intakt bewaldet und fasziniert mit unglaublich eindrucksvollen Klippen und Grotten.
Heute ist ein grosser Teil der Gegend zum Glück geschützt, was leider den Plastik-Abfall nicht überall einzudämmen vermag.
Die Anreise nach Vieste führt z.B. via Foggia (erreichbar mit dem Zug) der Küste entlang über eine sehr kurvige Strasse (ca. 1h mit dem Auto). Die engen Kurven schützten die Gargano in der Vergangenheit wahrscheinlich vor dem Massentourismus à la Rimini und machen Vieste mehr zu einem Ferienziel als einem Ausgangspunkt (ausser natürlich für die umliegenden Dörfer und den eindrucksvollen „Foreste Umbra„).
Der nächstgelegene Flughafen ist in Bari, rund 3h Autofahrt entfernt.
Die Gegend im Oktober bzw. in der Offseason zu bereisen, war für uns ein Mehrwert, da wir dank unserem Landsmann vor Ort einen „exklusiven“ Zugang zur geschlossenen Surfschule hatten und uns fernab von Touristenströmen erholen wollten. Zudem konnten wir am Wochenende doch noch die sehr empfehlenswerte Grottentour mit dem Schiff machen. Leider war jedoch die Bike-Vermietung bereits geschlossen.
Gargano ist ein Besuch wert. Mit Familie auf einem der unzähligen Campings, als 3-4 Tage Aufenthalt auf der Durchreise, kombiniert mit einer Städtereise nach Napoli oder als Relax/Sport-Woche im Herbst – sofern man das Gerät selber mitbringt.
Rennvelofahren ist der schlechten und unübersichtlichen Strassen wegen nicht zu empfehlen. Biken wäre wahrscheinlich ganz gut aber wohl besser mit Guide oder GPS.
Schwellenland Süd-Italien
Unsere letzten Ferien verbrachten wir in Rio. Die wirtschaftlich aufstrebende Stadt ist bezüglich Infrastruktur ziemlich vergleichbar mit Gargano. Hingegen findet man in Süditalien wenig vom westeuropäischen Standart. Das war wahrscheinlich schon immer so – dennoch zeigt es einmal mehr, dass nach ein paar Stunden Zugfahrt die Währung zwar noch die gleiche ist ansonsten aber fast alles anders. Miserable Bausubstanz, verlassene Baustellen, Löcher in der Strasse und Gebäude, die der salzige Meeresluft wegen in sich zusammen fallen.
Nach der Siesta um 17:00 füllen sich die Strassen mit Rentner, die auf den Parkmauern sitzend endlose Gespräche miteinander führen. Einzig die schrill dröhnenden Motorräder der Jungs und die Knallkörper der Kinder stören die Schein-Harmonie.
Das Leben geniessen vs. Stillstand, denn Innovation ist kaum zu entdecken. Vielmehr wird die Hauptsaison bereits im September beendet und die riesigen Camping-Anlagen stillgelegt. Dies mag richtig sein da die Italiener nach den Sommerferien nicht mehr kommen, blockiert aber den zahlungskräftigen Herbsttourismus getrieben von reisefreudigen Deutschen und Schweizer Rentner – oder „neuen“ Touristen wie Mountainbikef.
Aber vielleicht hat diese „Konservierung“ auch ihre Vorteile und schont die Gegend vor der von Touristen verursachten Belastung.
Das wirtschaftliche worst case Szenario der fehlende Mittelschicht sowie die Krise in Europa und insbesondere in Italien ist in den Strassen präsent und wird auf dem wöchentlichen Kleider- und Ramsch-Markt schonungslos sichtbar: Auf einem riesigen Platz am Dorfrand wird containerweise billigste Billigware angeboten. Obwohl einige wenige Produkte wie Socken ein „Made in Italy“ Label haben, dominiert zu 99% asiatische Importware unterhalb der EUR 10.- Grenze. Die Inlandproduktion von Konsumgüter scheint auf dem Null-Niveau angekommen oder nur noch für Touristen interessant.
Davon ausgenommen ist das Essen: Hier dominieren die Erträge aus dem Meer die Speisekarte. Wahrscheinlich ist das der gefühlte Rettungsanker falls irgendwann alles zusammenbrechen sollte. Von aussen gesehen scheint dies mit einem Quäntchen Innovation, einer Strassenputzmanschaft und etwas Farbe für die bröckelnden Fassaden zu verhindern sein. Aber gut möglich, dass der Grund für die fehlende Dynamik nicht die Bevölkerung sondern die Politik ist und die enormen Abgaben. Das macht Rio wohl besser.
Das Heikelste in Basel ist vom Bahnhof (nicht HB) zur Tramstation zu kommen ohne von einem Tram, Bus, Auto mit ausländischem Kennzeichen oder Velo überfahren zu werden. Das zweite Hindernis ist dann der Rhein. Man weiss da nie so recht ob das nun schon die Landesgrenze ist oder nicht. Heute wagte ich den Schritt, war überrascht wie breit das Gewässer ist und setzte mich in ein Kaffee namens frühling, das ist – wie ich später feststellte – eine Art Kaffee-Labor mit richtig spannenden Angebot. Ein Besuch lohnt sich.
Nach der Biketour besuchten wir gestern den Rosengarten in Haldenstein. Leichter Nieselregen, ein mit Wolken bedeckter Himmel und die prächtige Natur, die sich allmählich auf die kalten Temperaturen vorbereitet. Eigentlich die perfekte Umgebung einen Roman zu schreiben – oder eben zum fotografieren und geniessen :)
Hotel gewechselt (das neue kostet aber immer noch ein Vermögen). King Kog Veloshop aufgesucht (leider eine Altmetallsammlung). Mit dem Taxi von Brooklin via Manhatten nach Brooking gefahren (der Taxifahrer verirrte sich). Kaffee in einem sehr netten Café mit Innenhof, Brooklin Flea Market mit grossartiger Kulisse aber leider keinen schönen Brillen, prächtiger Spaziergang zur Pulaski Brücke, Ausflug nach Queens in ein Indisches Restaurant. Just nice :)
Chilbi ist irgendwie grossartig und ebenso nostalgisch. An keinem Event scheint die Zeit so unglaublich stehen zu bleiben: 90er-Techno, Air-Brush-Art, zischende Hydraulik, massive Mechanik, veraltetes Neu-Englisch und Speaker die „Jeeeeeeetzt geht’s soooooooooOOoooOOO richtig looos“ in schärbelnde Lautsprechersysteme brüllen. Und innert zwei Stunden liesse sich ein Fotoband füllen. Grosses Kino :)