Angekommen. Hotel gefunden. Mobile Karte geladen. Adapter gekauft. Veloshop besucht. Mr. Recam getroffen. Nachwalk. Viel Kaffee – sehr viel. Grossartig. Jetzt komatös müde.
Chilbi ist irgendwie grossartig und ebenso nostalgisch. An keinem Event scheint die Zeit so unglaublich stehen zu bleiben: 90er-Techno, Air-Brush-Art, zischende Hydraulik, massive Mechanik, veraltetes Neu-Englisch und Speaker die „Jeeeeeeetzt geht’s soooooooooOOoooOOO richtig looos“ in schärbelnde Lautsprechersysteme brüllen. Und innert zwei Stunden liesse sich ein Fotoband füllen. Grosses Kino :)
Kaum passt man mal ein paar Tage nicht auf, machen die solche Dinge… Das Niveau scheint sich mit jedem Tag zu verdoppeln.
In diesem Dreh-Stuhl sitzend und in den Spiegel schauend, frage ich mich immer:
– Wann trinke ich das Wasser (der Klassiker)?
– Was für eine Frage soll ich nach „und wie waren die Ferien?“ stellen?
– Wollen Coiffeure eigentlich, dass man spricht?
– Wie stark wirkt sich Sympathie auf die Qualität des Schnitts aus?
– Darf man den Leute nebenan zuschauen?
– Darf man die Massage einfach ablehnen obwohl die Frage „erfrischend und neutral?“ heisst und die „oder keine“ Option fehlt?
– Darf man immer zur gleichen Coiffeuse gehen – und zwar aus reiner Bequemlichkeit?
– Darf im gleichen Salon die Coiffeuse einfach so und ohne wirklichen Grund wechseln?
– Wieso läuft in den Salons immer die Hitparade?
– Ist die Frage „passt das so?“ am Schluss (wenn einem in diesem Hand-Spiegel der eigene Hinterkopf präsentiert wird und alle Utensilien schon aufgeräumt sind) rein rethorisch?
– Darf man als Mann einer Coiffeuse Trinkgeld geben?
Herbst 2011: Die Rezession kühlt, der Dollar verliert, die Coupons und Rabatte schreien – und das Web macht mit.
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